Patanjalis Weisheit

Patanjali, der große Weisheitslehrer kann uns mit seinen Yoga Sutren in unserem gegenwärtigen Alltag eine große Hilfe sein. Wenn man denkt, daß diese Schriften weit älter als 2500 Jahre sind, so sind sie doch an Aktualität nicht zu übertreffen.

Wir leben in der Zeit, in der die Angst tief in das kollektive Bewußtsein der Menschen eingedrungen ist.

Für Menschen jedoch, die Ihr Bewußtsein weiten möchten, die der Wahrheit näher kommen möchten, eignet sich die Beschäftigung mit den 5 Grundursachen menschlichen Leides (Kleshas) ganz besonders.

Das erste Klesha heißt Avidya

und bedeutet soviel wie Unwissenheit, Verblendung.

Viele Menschen bewegen sich auf der bewußtseinsmäßigen Ebene von Avidya,

die sich oft in der Haltung "ich kann nichts verändern", "ich bin ausgeliefert", "ich will nur meine Ruhe"

oder auch in Aggression, Groll, Niedergeschlagenheit und Depression äußert. Ignoranz spielt

eine große Rolle.

Diese Haltung führt letztendlich zur Aufgabe, zum Regredieren, Ignorieren und Verdrängen und zu

einer Weltanschauung, die sehr viel mit unseren verinnerlichten Glaubenssätzen zu tun hat. Sie führen uns letztendlich sehr leicht in die Irre und halten uns in Bewältigungsstrategien gefangen, die noch aus unserer frühestens Kindheit stammen.

Negative Gedankenkreisläufe schädigen unsere Gesundheit und verursachen Streß und Enge auf der mentalen Ebene. Sie verhindern die kreative Schöpferkraft in uns. Wir fühlen uns nicht mehr frei, sondern angespannt, eng (wer Angst hat wird eng!).

Momentan stehen wir Menschen an einer Weggabelung, die uns noch mehr ins Leid bringen kann, die uns noch mehr in die Ausweglosigkeit hineinführt, wenn wir nicht beginnen aus Avidya/Unwissenheit herauszukommen und uns hin zu Vidya/Erkennen/Wahrheit zu bewegen. Oder aber wir treffen eine andere Wahl und gehen dem Licht und einer positiven Zukunft entgegen.

Patanjali erklärt uns in seinen Texten sehr anschaulich, wie wir diese positive Veränderung schaffen können.

Wenn wir uns z. B. die Frage stellen: "Wie kann ich die Veränderung sein, die ich mir wünsche" können wir sehr schnell eine Ahnung davon bekommen, daß wir nicht das Opfer sind (denn dazu haben wir uns selbst gemacht), das einer fremden Macht ausgeliefert ist, sondern daß wir alle Schöpferinnen und Schöpfer unserer Zukunft sein können.

Um die Wahrheit erkennen zu können bedarf es nicht mehr als täglich 10 Min. Zeit für Svadhyaya, die Innenschau, die Selbstbefragung.

Wir können uns auch weitere Fragen stellen wie:

Warum glaube ich, daß ich nichts verändern kann, wer sagt mir das?

Bin ich mit der derzeitigen Situation in meinem Leben zufrieden?

Was fehlt mir?

Wie würde die Welt aussehen, in der ich gern leben möchte?

Was kann ich selbst dafür tun?

Was ist meine Aufgabe, meine Pflicht in der Situation?

Sicherlich sind so manche Fragen erst einmal unbequem. Der menschliche Geist ist sehr erfinderisch in seinen Ablenkmanövern. Deshalb ist es so wichtig, immer wieder neu zu fragen und in der Stille auf eine Antwort zu warten. Die Antworten werden kommen, die Wahrheit ist in jedem Menschen verankert, auch wenn es so erscheint, daß wir der Täuschung lieber Glauben schenken als der Wahrheit. Einfach deshalb weil es bequemer ist. Wenn wir die Verantwortung für unser Leben in die Hand nehmen und aufhören "Nachrichten" zu konsumieren ohne sie kritisch hinterfragt zu haben, werden wir bald mehr Lebendigkeit in uns spüren, mehr Kreativität und Hingabe (Flow). Wir werden neuen Mut schöpfen und uns mit Menschen verbinden, die uns in unserer positiven Entwicklung stärken, die uns helfen, gemeinsam einen neuen Weg einzuschlagen. Dieser Weg ist einzig und allein der Weg der Liebe und Wertschätzung.

Yoga, Meditation und die Verbindung zum Atem sind wichtige Bausteine. Sie stellen die Verbindung zu unserer Mitte her. Körper Geist und Seele vereinigen sich in der Gegenwart, wir erfahren Vidya  (Wahrheit/Bewußtheit) und lösen die Fesseln von Avidya (Verblendung), wir erkennen unsere wahre Natur als freie, schöpferische und liebende Wesen.

 

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Im nächsten Beitrag werde ich über das 2. Klesha

Asmita (Identifikation, Ichhaftigkeit) schreiben.

 

Verfasserin: Antonía-Devi

 

 

 

 

 

 

 

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